Titelbild zu Fakten zu Elektrizität

Strom aus Käse & mehr: 4 faszinierende Fakten zu Elektrizität

Foto von Iris Zechner

Von Iris am 19.05.2021

Was haben Aale, Käse, Schnabeltiere und unser Herz gemeinsam? Richtig: Sie alle haben etwas mit Elektrizität zu tun. Alles über Strom aus Käse und weitere spannende Fakten zu Elektrizität erfährst du hier im Blog!
Zitteraal, der Elektrizität produzieren kann
Auch wenn er hier völlig unschuldig aussieht: So ein Zitteraal hat ganz schön viel Power! | Credits: Wikimedia – Haplochromis (CC BY-SA 3.0)

Elektrizitäts-Fakt No.1: Ein Zitteraal kann Elektroschocks mit bis zu 860 Volt erzeugen

Zitter­aale schnappen sich ihre Beute auf besondere Art und Weise: Sie betäuben sie mit Strom­stößen. Das funktioniert deswegen, weil ein Zitter­aal ein ganz spezielles Organ hat. Dieses “elektrische” Organ besteht aus vielen übereinander­liegenden Muskel­zellen, die sich an den Körpe­seiten des Aals entlang­ziehen.

Gibt das Gehirn das Signal zum Stromstoß, werden die Zellen aktiviert – und weil der Zitter­aal einen Pluspol am Kopf und einen Minuspol am Ende seines Körpers hat, kann der Strom fließen. So wird ein unsicht­bares elek­trisches Feld aufgebaut, das heran­kommenden Fischen einen Elektro­schock versetzt.

Die Ladung dieser Stromstöße kann ganz schön hoch sein: Vor gerade einmal zwei Jahren wurde eine Spezies entdeckt, die Elektro­schocks von bis zu 860 Volt abgibt. Zum Vergleich: Aus einer elek­trischen Steckdose kommen hierzu­lande 230 Volt. Diese Zitteraal-Art erhielt treffender­weise den Namen Electrophorus voltai.

Elektrizitäts-Fakt No.2: Elektrizität kann aus Käse gewonnen werden

Käse ist ein Alles­könner. Er schmeckt geschnitten, gerieben, geschmolzen – und schafft Dinge, die weit über den Genuss hinausgehen: Käse dient als Grundlage für die Produktion von Elektri­zität. Zumindest in einem Betrieb in Frankreich, wo neben Beaufort-Käse auch Strom herge­stellt wird.

Wie das funktioniert? Im Prinzip ist es simpel: Bei der Käse­produktion entsteht entrahmte Molke. Diese wird mit Bakterien­kulturen vermischt, sodass die Molke fermen­tiert. Im Fermen­tierungs­prozess wiederum entsteht eine Mischung aus Methan und Karbon­dioxid – in anderen Worten: Biogas.

Beaufort-Käse, aus dem Elektrizität produziert wird
Kannst du dir vorstellen, dass diese Käselaibe hier als Grundlage für Elektrizität dienen können? | Credits: Wikimedia – Ibex73 (CC BY-SA 4.0)

Das Biogas wird nun verwendet, um Wasser aufzuheizen. Aus dem daraus entstehenden Dampf generiert der Betrieb Elektrizität. Und zwar gar nicht so wenig: Etwa 2,8 Millionen kWh pro Jahr sollen es sein. Damit können bis zu 1,500 Menschen mit Strom versorgt werden. Aus Käse.

Schnabeltier, dass mit seinem Schnabel Elektrizität wahrnehmen kann
Ist es ein Fisch? Oder doch eine Ente? Oder ein Biber mit angeklebtem Schnabel? – Das Schnabeltier gab uns Menschen lange Rätsel auf. | Credits: Wikimedia – Christine Ferdinand (CC BY-SA 4.0)

Elektrizitäts-Fakt No.3: Schnabeltiere orten ihre Nahrung mit Elektrizität

Schnabel­tiere sind eigen­artige Wesen – im wahrsten Sinne des Wortes: Sie legen Eier, und doch zählen sie zu den Säuge­tieren. Aber das ist nicht das einzige, was die australi­schen Schwimmer so besonders macht. Auch bei der Nahrungs­suche sind Schnabel­tiere eigen: Sie nutzen hier nämlich nicht ihre Augen oder etwa ihre Nase. Sondern Elektri­zität.

Diese Technik funktioniert aufgrund des Körper­teils, das dem Schnabel­tier seinen Namen gibt: dem Schnabel. Der ist mit Rezeptor­zellen ausgestattet. So kann das Schnabel­tier ganz feine elektrische Felder wahrnehmen, die seine Beute – Larven, Würmer, Weich­tiere – durch Muskel­bewegungen produziert.

Elektrizitäts-Fakt No.4: Elektrizität bringt unser Herz zum Schlagen

Nicht nur Larven und Weich­tiere produzieren Elektri­zität. Sondern auch wir Menschen. Und das ist lebens­not­wendig: Denn nur so kann unser Herz schlagen und Blut durch unseren Körper pumpen.

Unserem Herz­schlag zugrunde liegt der Sinus­knoten. Er befindet sich im rechten Vorhof des Herzens und gibt elekt­rische Impulse ab. Im Normalfall sind das etwa 60 bis 80 Impulse pro Minute – das gilt als die Herz­frequenz. Über Leitungs­bahnen gelangt der Strom in die Muskulatur des Herzens, das sich durch die elektrische Erregung zusammen­zieht. So wird das Blut durch den Körper gepumpt.

Der Sinus­knoten gibt nicht immer gleich viele Impulse ab: Er reagiert sowohl auf das vegetative Nerven­system als auch auf Hormone. Darum schlägt unser Herz in be­stimmten Situationen auch schneller – zum Beispiel, wenn wir gestresst sind oder Fieber haben.

Menschliches Herz, das wegen Elektrizität schlägt
Unser Herz: Ohne Elektrizität würde es so stumm und starr daliegen wie auf diesem Bild. | Credits: Unsplash

Das waren natürlich längst nicht alle Fakten zum Thema Elektrizität ...

… im Elektronikmuseum der htl donaustadt zum Beispiel findet ihr noch viele, viele mehr. Hier gibt’s einen kleinen Einblick!

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