Illustration von Caroline Eichler und Albert Einstein

E – Caroline Eichler und Albert Einstein | Von A bis Z: 48 Forschende, die die Welt veränderten

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Einstein – den Namen kennt jeder. Aber wer war Caroline Eichler? Und was hat Einstein außer Physik eigentlich noch gemacht? Hier erfährst du von Handprothesen und Bildungs-Umwegen – und wofür wir Einstein unbedingt noch in Erinnerung behalten sollten.
Illustration von Caroline Eichler
Die Forschung – ein reines Männerfeld? Von wegen! Caroline Eichler wusste schon im 19. Jahrhundert, dass das nicht stimmen konnte.

Caroline Eichler: Konstrukteurin und Erfinderin der Handprothese

Margarethe Caroline Eichler kam 1808 oder 1809 vermutlich in Nordhausen, das zum damaligen Königreich Preußen gehörte, zur Welt. Ihr Vater, Johann Gottlieb Eichler war Maler und hatte zuvor bereits zwei Töchter bekommen. Welche Schulbildung Caroline Eichler bekam und ob sie überhaupt eine Schulbildung genoss, ist unbekannt. Fest steht, dass zu dieser Zeit Frauen der Zugang zu höherer Schulbildung und Universitäten nicht gestattet war.

Die Motivation von Caroline Eichler: Forschen, um zu helfen statt um Geld zu scheffeln

Zunächst war Caroline Eichler als Kindermädchen einer Berliner Familie tätig, danach arbeitete sie eine Zeit lang Krankenpflegerin. Durch den vermehrten Umgang mit Personen, die im Krieg oder durch sonstige Umstände Gliedmaßen verloren hatten, wurde sie auf das Leid dieser Menschen aufmerksam und entschloss sich, etwas zu tun, um deren Lebensqualität zu verbessern.

Damals waren Prothesen zwar schon recht verbreitet, allerdings waren sie noch nicht ausgereift. Bei Beinprothesen war es beispielsweise üblich, einfach ein unbewegliches Stück Holz an den Stumpf anzuschnallen. Betroffene konnten damit nicht richtig gehen und bekamen bei zu langer und häufiger Anwendung mit der Zeit gesundheitliche Probleme. Caroline Eichler wollte eine Prothese entwickeln, mit der man ohne weitere Hilfsmittel so mobil wie möglich sein konnte und einen gewissen Tragekomfort hatte. Daher befragte sie Betroffene zu ihren Erfahrungen und Problemen und versuchte dann, anhand der Ergebnisse eine eigene Prothese zu konstruieren.

Endlich wieder laufen und greifen können – dank Caroline Eichlers Prothesen

1832 baute Caroline Eichler, sie war zu dem Zeitpunkt noch keine 25 Jahre alt, die erste Beinprothese mit Kniegelenk. Für ihre Erfindung erhielt sie am 23. November 1833 ein Patent, damit war sie die erste Frau überhaupt, die in Preußen ein Patent bekam. Mit der Prothese konnten Betroffene sogar laufen und Treppen steigen, daher kam die Konstruktion gut an.

Caroline Eichler gab sich aber noch nicht zufrieden und tüftelte weiter. Im November 1836 erhielt sie ein Patent auf eine künstliche Hand. Das war ein weiterer Meilenstein, denn es war die erste Handprothese, die man ohne Unterstützung einer gesunden Hand gebrauchen konnte. Fortan verdiente die Deutsche ihren Lebensunterhalt als „Verfertigerin künstlicher Füße und Hände“.

Porträt von Caroline Eichler, gemalt von Johann Georg Weinhold.
Ein ernster Blick für eine ernste Sache: Caroline Eichler wollte den Menschen ein leichteres Leben ermöglichen. | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)

Ein viel zu frühes Ende: Der tragische Tod der Caroline Eichler

Im Oktober 1837 heiratete Eichler den Mechaniker Carl Friedrich Eduard Krause, von dem sie sich nach einiger Zeit aber wieder scheiden ließ. Er war Alkoholiker und versuchte nach der Scheidung immer wieder, Geld von ihr zu erpressen. Im Zuge dessen kam es am 6. September 1843 zu einem Streit zwischen den beiden, und Krause ermordete Caroline Eichler mit einer zugespitzten Feile. Sie war erst 34 Jahre alt.

Auch die Chemikerin Clara Immerwahr fand einen frühen Tod – und auch bei ihr lag es am Ehemann. Hier kannst du ihre Geschichte nachlesen.

Illustration von Albert Einstein
Jeder kennt seinen Namen: Albert Einstein steht für "Genie". Aber wusstest du, dass er sich auch als Pazifist engagierte?

Albert Einstein: Begründer der Relativitätstheorie – und überzeugter Pazifist

Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm, Deutschland, geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach München, wo sein Vater ein Unternehmen gründete. Einstein besuchte ein Gymnasium und zeichnete sich dort schon sehr früh durch seine guten Leistungen aus. Besonders herausragend schnitt er in naturwissenschaftlichen Fächern ab.

Alles andere als easy: Auch Einstein musste sich erst beweisen

1894 zog die Familie aufgrund mangelnder Aufträge im Unternehmen des Vaters nach Mailand. Einstein blieb aber bei Verwandten in München, um das Gymnasium abzuschließen. Doch die strengen Lehrmethoden in der Schule und die Aussicht auf den Militärdienst, sobald er alt genug werden würde, waren für den Jugendlichen unerträglich. Nur ein halbes Jahr nach dem Umzug seiner Eltern brach er das Gymnasium ab und rannte weg – nach Italien zu seiner Familie.

Um seine Ausbildung zu beenden, ging Einstein in die Schweiz und bewarb sich um einen Studienplatz an der heutigen Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Obwohl er mit nur 16 Jahren der mit Abstand jüngste Bewerber war und hervorragend im naturwissenschaftlichen Teil abschnitt, bestand er die Prüfung u.a. aufgrund von mangelnden Französischkenntnissen nicht. Er holte die Matura nach und begann 1896 sein Studium als Fachlehrer für Mathematik und Physik.

Nach seinem Abschluss fand Einstein keinen Job im akademischen Umfeld, deshalb ging er nach Bern, wo er 1902 eine Stelle als technischer Assistent im Schweizer Patentamt annahm. Nebenbei arbeitete er an seiner Dissertation, die er 1905 fertigstellte und in der er einen Beweis für die Existenz von Atomen erbrachte. Das Jahr 1905 gilt mittlerweile als Einsteins „Wunderjahr“, da er unter anderem auch das Gesetz des photoelektrischen Effekts entdeckte und die spezielle Relativitätstheorie formulierte. Zu dem Zeitpunkt war der Physiker erst 26 Jahre alt.

Ein junges Genie: Bald hagelte es Auszeichnung um Auszeichnung

Durch diese Errungenschaften erlangte Einstein schnell großes Ansehen in wissenschaftlichen Kreisen. Er bekam in den darauffolgenden Jahren diverse Stellenangebote und war an verschiedenen Hochschulen, u.a. in Prag und Zürich, tätig. 1914 wechselte er an die Berliner Universität, wo er ein Jahr später die allgemeine Relativitätstheorie fertigstellte.

Es dauerte nicht lange, bis Einstein den Nobelpreis für Physik bekam. 1922 ging der Preis an ihn, allerdings nicht für die Relativitätstheorie, sondern für seine Entdeckung des photoelektrischen Effekts. Im Laufe seiner Karriere sollte er noch zahlreiche weitere Preise und Ehrungen erhalten. 1952 wurde ihm sogar das Amt des israelischen Präsidenten angeboten, der Physiker lehnte aber ab.

Porträt von Albert Einstein bei einem Vortrag in Wien
Auch in Wien war Albert Einstein unterwegs – wie hier auf dem Foto, das während eines Vortrags entstand. | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)

Der vergessene Pazifist: Einstein war mehr als "nur" Physiker

Einstein wanderte 1932 in die USA aus. Da er aus einer jüdischen Familie stammte, geriet er durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten zunehmend unter Druck. Sein politisches Engagement gegen den Nationalsozialismus und sein offenes Auftreten als Pazifist waren den Anhängern des Regimes ein Dorn im Auge, und sie machten öffentlich Stimmung gegen den Physiker. In den USA war er an der renommierten Princeton University tätig, wo er bis zu seinem Tod am 18. April 1955 blieb. Er wurde 76 Jahre alt.

Noch heute bekommen Forschende zahlreiche Preise verliehen, weil sie Beweise für das erbringen, was Einstein bereits vorhergesagt hat, wie z.B. die Existenz von Gravitationswellen. Obwohl der Physiker den meisten Menschen vor allem wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen und der Relativitätstheorie bekannt ist, engagierte er sich auch in vielen anderen Bereichen. Er ist beispielweise immer wieder für Menschenrechte und den Weltfrieden eingetreten.

Quellenverzeichnis

Neues Deutschland (2008): Die vergessene „Verfertigerin“, [online] https://www.neues-deutschland.de/artikel/135153.die-vergessene-verfertigerin.html [02.04.2019].

Ruhr-Universität Bochum (2004): Die Geschichte der Armprothese unter besonderer Berücksichtigung der Leistung von Ferdinand Sauerbruch (1875-1951), [online] http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/KarpaMartinFriedrich/diss.pdf [02.04.2019].

Archive.org (2011): Beschreibung und Abbildung eines neuerfundenen künstlichen Fusses, zum Ersatze des Ober- und Unterschenkels, [online] https://archive.org/stream/beschreibungunda00eich#page/n3/mode/2up [02.04.2019].

WHO’s WHO (o.J.): Albert Einstein, [online] http://www.whoswho.de/bio/albert-einstein.html [10.04.2019].

Biography.com (2014): Albert Einstein Biography, [online] https://www.biography.com/people/albert-einstein-9285408 [10.04.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Albert Einstein, [online] https://www.britannica.com/biography/Albert-Einstein [10.04.2019].

NobelPrize.org (o.J.): Albert Einstein – Biographical, [online] https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/biographical/ [10.04.2019].

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