Illustration von Dorothy Vaughan und Alessandro Volta

V – Dorothy Vaughan und Alessandro Volta | Von A bis Z: 48 Forschende, die die Welt veränderten

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Alessandro Volta erfand die Batterie – und wurde dafür sogar von Napoleon geehrt. Dorothy Vaughan galt als "menschlicher Computer" der NASA – und erhielt erst Jahre nach ihrem Tod Anerkennung für ihre Leistungen. Wie Volta vom angehenden Juristen zum Erfinder wurde und Dorothy Vaughan in der Raumfahrt landete? Das verraten wir dir im Blog!
Illustration von Dorothy Vaughan
Sie blieb für immer bei der NASA – dabei hatte es Dorothy Vaughan dort am Anfang gar nicht leicht: Wegen der damals herrschenden Rassentrennung gab es viele Einschränkungen.

Dorothy Vaughan: Mathematikerin und Programmiererin

Dorothy Vaughan kam am 20. September 1910 unter dem Namen Dorothy Johnson in Kansas City, USA, zur Welt. Bereits in jungen Jahren fiel sie durch ihre außergewöhnlichen Leistungen auf: Die Highschool absolvierte Dorothy als Jahrgangsbeste, und mit nur 19 Jahren schloss sie ihren Bachelor in Mathematik mit Auszeichnung ab.

Heute unvorstellbar: Damals berechneten Dorothy Vaughan und ihr Team alles ohne Computer

Obwohl ihre Professoren Dorothy Vaughan zum Weiterstudieren ermutigten, nahm sie eine Stelle als Mathematiklehrerin an der Robert Russa Moton High School in Farmville an. Aufgrund der amerikanischen Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren musste sie schnell Geld verdienen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen.

Nach elf Jahren als Lehrerin bekam Dorothy Vaughan 1943 einen Job als Mathematikerin bei der NACA, der Vorgängerorganisation der NASA. Dort führte sie als sogenannter „menschlicher Computerkomplexe Berechnungen und Datenanalysen für Luftfahrtingenieure durch. Da elektronische Computer noch in ihren Kinderschuhen steckten, mussten zu der Zeit alle Berechnungen noch händisch durchgeführt werden.

Absolut Anpassungsfähig: Als Computer vermehrt benutzt wurden, lernte Dorothy Vaughan einfach, sie zu programmieren

Aufgrund ihrer hohen Kompetenz wurde die Mathematikerin 1949 zur Leiterin ihrer Einheit befördert und war damit die erste afroamerikanische Frau in dieser Position. Trotz dieses Erfolgs hatte Dorothy Vaughan es nicht leicht: Damals gab es in den USA Rassentrennung, weswegen sie und ihre Kolleginnen in eigenen Räumen arbeiten mussten, eigene Kantinen hatten und nur eigene Toiletten benutzen durften. Diese Situation änderte sich erst 1958, als die NACA zur NASA wurde.

Zu Beginn der 1960er-Jahre setzte die NASA bei ihren Berechnungen verstärkt auf elektronische Computer. Dorothy Vaughan erkannte, dass sie für Berechnungen wohl bald nicht mehr gebraucht werden würde. Daher brachte sie sich selbst und anschließend ihrem gesamten Team das Programmieren bei, um für die Organisation weiterhin unverzichtbar zu bleiben.

Fotografie von Dorothy Vaughan
Eine der "Hidden Figures" der NASA: Dorothy Vaughan war als erste Schwarze Frau als NASA-Supervisorin tätig. | Quelle: Wikimedia – NASA (lizenzfrei)

Eine Unerkannte Heldin: Erst viele Jahre nach ihrem Tod wurden Dorothy Vaughans Leistungen öffentlich gewürdigt

Als Mathematikerin war Vaughan im Laufe ihrer Karriere für viele verschiedene Bereiche der Organisation tätig. Zusammen mit anderen Mathematikerinnen wie Katherine Johnson leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Raumfahrtprogramm. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1971 blieb sie Angestellte der NASA. Am 10. November 2008 starb die Forscherin im Alter von 98 Jahren.

Obwohl Dorothy Vaughan mit ihrer Arbeit die Weltraumforschung vorantrieb, erhielt sie keine namhaften Auszeichnungen. Ihre Leistungen wurden aber in dem Buch „Hidden Figures — Unerkannte Heldinnen“ gewürdigt, das 2017 auch als Spielfilm in die Kinos kam.

Illustration von Alessandro Volta
Batterien gehören zu unserem täglichen Leben dazu – erfunden wurden sie von diesem Herrn hier: Alessandro Volta.

Alessandro Volta: Der Physiker, der die elektrische Batterie erfand

Alessandro Guiseppe Antonio Anastasio Volta wurde am 18. Februar 1745 in Como, Italien, geboren. Er war eines von neun Kindern aus einer wohlhabenden Familie und interessierte sich schon früh für Physik. Seine Eltern wollten, dass Alessandro Jurist wurde und schickten ihn auf eine dementsprechende Schule, allerdings konnte er sich dafür nie richtig begeistern.

Lieber Erfinder als Jurist: Alessandro Volta brachte sich sein Wissen selbst bei

Stattdessen brachte Alessandro Volta sich im Selbststudium durch Bücher alles über Elektrizität bei und führte Briefwechsel mit wichtigen Forschern. Schon bald veröffentlichte er eigene wissenschaftliche Publikationen zu diesem Gebiet. 1774 erhielt der Italiener eine Anstellung als Physiklehrer am städtischen Gymnasium in Como.

Ein Jahr später erfand Alessandro Volta das Elektrophor, ein Gerät, das statische Elektrizität erzeugen und transportieren konnte. Das Gerät wurde schon bald in ganz Europa verwendet, und der Physiker erlangte Berühmtheit. 1776 untersuchte er die Luftblasen, die in den Sümpfen um den Lago Maggiore aufstiegen, und entdeckte dabei als erster das Methan. In weiterer Folge begann der Italiener, Experimente mit dem brennbaren Gas durchzuführen und entwickelte im Zuge dessen die nach ihm benannte Volta-Pistole. Damit konnte er den Sauerstoffgehalt von Gasen messen.

Es werde Strom: Wie Alessandro Volta die Batterie erfand

Durch seine zahlreichen Entdeckungen bekam Alessandro Volta 1779 einen Lehrstuhl für Physik an der Universität Pavia. Hier machte er seine bekannteste Erfindung: die erste funktionierende Batterie, auch Voltasche Säule genannt. Dadurch wurde die weitere Erforschung der magnetischen Eigenschaften elektrischer Ströme möglich. Kurz nach der Präsentation der Voltaschen Säule gelang es englischen Forschern damit, Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten – die Geburtsstunde der Elektrolyse und der Elektrochemie.

Darstellung von Alessandro Volta
Ob Alessandro Volta wohl in dieses Büchlein die ersten Ideen zur Entwicklung der Batterie schrieb? | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)

Viel geehrt: Sogar Napoleon Bonaparte war von Alessandro Voltas Forschung beeindruckt

Voltas Erfindung brachte ihm zahlreiche Ehrungen. 1801 führte er die Batterie in Paris Napoleon Bonaparte vor, der ihn später in den Grafenstand erhob und zum Senator machte. 1815 wurde der Physiker zum Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Pavia ernannt, vier Jahre später ging er in Ruhestand. Nach jahrelangen Krankheiten starb er schließlich am 5. März 1827 im Alter von 82 Jahren.

Heute gilt Alessandro Volta als einer der Begründer der Elektrizitätslehre. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Copley-Medaille. Ihm zu Ehren wurde die physikalische Einheit für die elektrische Spannung Volt genannt. In seiner Heimatstadt heißt der Ortsteil Camnago heute Camnago Volta. Dort gibt es auch ein Museum, das dem Physiker gewidmet ist und in dem seine Instrumente zu besichtigen sind.

Quellenverzeichnis

National Aeoronautics and Space Administration (2017): Dorothy Vaughan Biography, [online] https://www.nasa.gov/content/dorothy-vaughan-biography [07.08.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Dorothy Vaughan, [online] https://www.britannica.com/biography/Dorothy-Vaughan [07.08.2019].

Biography.com (2016): Dorothy Johnson Vaughan Biography, [online] https://www.biography.com/scientist/dorothy-johnson-vaughan [07.08.2019].

Wagner, Bernhard (1996): Volta, Alessandro (1745 – 1827), in: Kurt Jäger (Hrsg.), Lexikon der Elektrotechniker, Berlin und Offenbach: VDE-VERLAG, S. 391.

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Alessandro Volta, [online] https://www.britannica.com/biography/Alessandro-Volta [07.08.2019].

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