Illustration von Mazlan Othman und Georg Simon Ohm

O – Mazlan Othman und Georg Simon Ohm | Von A bis Z: 48 Forschende, die die Welt veränderten

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Sie wurde 100 Jahre nach seinem Tod geboren – und trieb selbst die Physik voran: Mazlan Othman forschte in der Astrophysik. Das berühmte Ohm'sche Gesetz, benannt nach Georg Simon Ohm, ist ihr dabei bestimmt mehr als einmal untergekommen. Hier erfährst du mehr über die beiden Forschenden, denen die Physik schon immer am Herzen lag.
Illustration von Mazlan Othman
Sterne und Planeten: Die interessierten Mazlan Othman schon zu Beginn ihrer Karriere.

Mazlan Othman: Physikerin und Astronomie-Pionierin

Mazlan Binti Othman kam am 11. Dezember 1951 in Seremban, Malaysia, zur Welt. Schon während ihrer Schulzeit begeisterte sie sich für Mathematik und Naturwissenschaften. Obwohl ihre Eltern ihr zu einem Medizinstudium rieten, entschied sie sich dazu, Physik zu studieren.

Kein Lehrgang für Astrophysik? nicht mit Mazlan Othman: Sie baute einfach einen auf!

Mazlan Othman ging nach Neuseeland, wo sie an der University of Otago ihr Studium absolvierte. 1981 bekam sie den PhD in Astrophysik. Damit war sie die erste Frau an der Universität, die den Doktorgrad in Physik erlangte.

Nach dem Studium kehrte Mazlan Othman als erste Astrophysikerin in der Geschichte Malaysias in ihr Heimatland zurück. Dort baute sie an der Nationalen Universität Malaysia einen Lehrgang für Astrophysik auf und versuchte, bei der breiten Bevölkerung das Interesse an Astronomie zu wecken.

Ab 1990 überwachte Mazlan Othman den Aufbau des nationalen Planetariums in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Drei Jahre später wurde sie von der Regierung zur Generaldirektorin der Abteilung für die wissenschaftliche Erforschung des Weltalls ernannt. In dieser Funktion startete die Astrophysikerin unter anderem ein Programm zur Entwicklung von Mikrosatelliten.

Von Weltraummüll und Asteroidenabwehr: Mazlan Othmans Tätigkeiten klingen nicht nur spannend – sie waren es auch

1999 wurde Mazlan Othman zur Direktorin des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) in Wien. Nach nur zwei Jahren in Österreich kehrte sie aber wieder in ihr Heimatland zurück, wo sie als Gründungsdirektorin die malaysische Weltraumagentur ANGKASA mitaufbaute. Mit ihrer Hilfe war es möglich, nach nur wenigen Jahren den ersten malaysischen Astronauten ins All zu schicken.

2007 ging Mazlan Othman wieder nach Wien, wo sie erneut zur Direktorin der UNOOSA ernannt wurde. Zu ihren zahlreichen Aufgaben gehörten unter anderem die internationale Zusammenarbeit im All, die Vermeidung von Weltraummüll und die Abwehr erdnaher Asteroiden. Mittlerweile ist Othman nicht mehr in dieser Position, hält aber eine beratende Funktion bei den UN inne und unterrichtet als Gastdozentin an verschiedensten Universitäten.

Für ihre Leistungen als Wegbereiterin der Astronomie in Malaysia erhielt Mazlan Othman zahlreiche Ehrungen, darunter den malaysischen Ehrentitel „Datuk“ und den Polarstern-Preis des Österreichischen Weltraumforums.

Auch Katherine Johnson war in der Weltraumforschung tätig – wie genau, erfährst du hier!

Fotografie von Mazlan Othan bei einer Rede in Wien
Mazlan Othman bei einer Rede in Wien: Ihr Ziel war es von Anfang an, die Menschen für die Astronomie zu begeistern. | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)
Illustration von Georg Simon Ohm
Spannung ist gleich Stromstärke mal Widerstand: Das ist das berühmte Ohm'sche Gesetz, das unser Herr hier entdeckte.

Georg Simon Ohm: Der Physiker, der das Ohm'sche Gesetz entdeckte

Georg Simon Ohm wurde am 16. März 1789 in Erlangen, Deutschland, geboren. Sein Vater war ein Schlossermeister, der selbst eine große Leidenschaft für Mathematik hegte und diese an seine beiden Söhne weitergab. Er selbst unterrichtete seine Kinder in Mathematik, Physik, Chemie und Philosophie. Ab einem Alter von elf Jahren besuchte Georg das Gymnasium.

Der Weg in die Physik: Wie Georg Ohm begann, physikalische Experimente durchzuführen

1805, mit nur 16 Jahren, begann Georg Ohm Mathematik und Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu studieren. Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten musste er das Studium nach nur drei Semestern abbrechen. Um an Geld zu kommen, ging der Deutsche in die Schweiz, wo er eine Stelle als Mathematiklehrer an einer Privatschule bekam. Während dieser Zeit bildete er sich selbst auf dem Gebiet der Mathematik weiter, indem er die Werke berühmter Mathematiker wie Pierre-Simon Laplace las.

1811 kehrte Georg Ohm nach Erlangen zurück, um sein Studium mit einem Doktorat abzuschließen. Nach seiner Promotion blieb er an der Universität und unterrichtete als Privatdozent drei Semester lang Mathematik. 1813 erhielt der Deutsche eine Lehrstelle an der Realschule in Bamberg. Vier Jahre später wechselte er ans Dreikönigsgymnasium in Köln, wo er als Oberlehrer Mathematik und Physik unterrichtete.

Da Georg Ohm als Physiklehrer ein Labor zur Verfügung hatte, entdeckte er seine eigene Begeisterung für physikalische Experimente. Besonders angetan hatten es ihm magnetische und elektrische Experimente, mit denen er sich intensiv auseinandersetzte. Damals war die Elektrizitätslehre noch nicht so weit vorangeschritten, darum wollte der Physiker die Gesetzmäßigkeiten in diesem Bereich genauer erforschen.

Wenn Experimente zu Ergebnissen führen: So entdeckte Georg Ohm das Ohm'sche Gesetz

Seine Experimente führten Georg Ohm schließlich zur Entdeckung des mittlerweile nach ihm benannten Ohmschen Gesetzes. Das beschreibt den Zusammenhang zwischen Stromstärke und Spannung in einem elektrischen Leiter: Spannung ist gleich Stromstärke mal Widerstand. In wissenschaftlichen Kreisen wurde diese Erkenntnis aber zunächst nicht ernst genommen.

1826 nahm Georg Ohm eine Stelle als Lehrer an der Kriegsschule in Berlin an. 1833 erhielt er eine Physikprofessur an der Königlich Polytechnischen Schule in Nürnberg, die er ab 1839 als Direktor leitete. Heute heißt die Bildungseinrichtung ihm zu Ehren „Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm“.

Zehn Jahre später wechselte Georg Ohm an die Universität München, wo er als Professor für Experimentalphysik tätig war. Hier verbrachte er seine letzten Lebensjahre, bevor er am 6. Juli 1854 an den Folgen eines Schlaganfalls starb. Der Physiker wurde 65 Jahre alt.

Fotografie eines Denkmals von Georg Simon Ohm
Zuerst wurde das Ohm'sche Gesetz nicht anerkannt – später wurde Georg Ohm zu Ehren sogar dieses Denkmal in München errichtet. | Quelle: Wikipedia – Cholo Aleman (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode)

Verewigt in jedem Physik-Lehrbuch: Georg Ohm wurde zum Namensgeber für eine physikalische Einheit

Georg Simon Ohm wurde für seine Verdienste in der Elektrizitätslehre vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Copley-Medaille der Royal Society. An der Technischen Universität München steht ein Denkmal für den Physiker und die Einheit für den elektrischen Widerstand wurde ihm zu Ehren „Ohm“ genannt.

Quellenverzeichnis

Österreichisches Weltraum Forum (2013): Jubiläums-Polarsternpreis 2013 ergeht an Dr. Mazlan Othman, [online] https://oewf.org/2013/04/jubilaums-polarsternpreis-2013-ergeht-an-dr-mazlan-othman-2/ [18.06.2019].

International Science Council (2017): Professor Mazlan Othman appointed as new Director of ICSU ROAP, [online] https://council.science/current/news/professor-mazlan-othman-appointed-as-new-director-of-icsu-roap [18.06.2019].

United Nations Information Service (1999): Secretary-General appoints Mazlan Othman Director of Office for Outer Space Affairs, [online] http://www.unis.unvienna.org/unis/pressrels/1999/bio533.html [18.06.2019].

Hübschmann, Werner (1996): Ohm. Georg Simon, in: Kurt Jäger (Hrsg.), Lexikon der Elektrotechniker, Berlin und Offenbach: VDE-VERLAG, S. 277-278.

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (o.J.): Biografie Georg Simon Ohm, [online] https://www.th-nuernberg.de/hochschule-region/organisation-und-struktur/geschichte-facts-figures/biografie-georg-simon-ohm/ [18.06.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Georg Ohm, [online] https://www.britannica.com/biography/Georg-Ohm [18.06.2019].

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