Illustration von Emmy Noether und Isaac Newton

N – Emmy Noether und Isaac Newton | Von A bis Z: 48 Forschende, die die Welt veränderten

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Von Isaac Newton hast du bestimmt schon gehört. Aber wusstest du, wer wahrscheinlich die wichtigste Mathematikerin ist, die jemals gelebt hast? Du hast es erraten: Ihr Name ist Emmy Noether. In diesem Beitrag verraten wir dir, wie die beiden die Physik und die Mathematik revolutionierten!
Illustration von Emmy Noether
Was schwirren denn da für Zeichen um Emmy Noethers Kopf herum? Kaum zu glauben: In ihrer Kindheit hatte die Mathematikerin selbst kein Interesse an Zahlen und Formeln.

Emmy Noether: Mathematikerin und Pazifistin

Amalie Emmy Noether kam am 23. März 1882 in Erlangen, Deutschland, zur Welt. Obwohl ihr Vater Mathematikprofessor an der Universität Erlangen war, hatte sie selbst in ihrer Kindheit und Jugend kaum Interesse an dem Fach. Zunächst besuchte sie die „Städtische Höhere Töchterschule“ und absolvierte nach deren Abschluss die Lehrerinnenprüfung in den Fächern Französisch und Englisch. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft fand die Deutsche aber keine Anstellung.

Warum Emmy Noether acht Jahre lang ohne Bezahlung arbeitete: Frauen wurden um 1900 noch rechtliche Steine in den Weg gelegt

Inzwischen war Emmy Noethers Interesse für Mathematik geweckt. Sie beschloss, es ihrem Vater und ihrem Bruder gleichzutun und Mathematik zu studieren. 1900 war sie eine von zwei Frauen, die als Gasthörerinnen Vorlesungen an der Universität Erlangen besuchten. Zu dem Zeitpunkt waren Frauen als reguläre Studentinnen noch nicht zugelassen.

1903 wurde Frauen der Zugang zum Studium schließlich gestattet. Im selben Jahr legte Emmy Noether die Reifeprüfung ab und schrieb sich als ordentliche Studentin ein. 1907 promovierte die damals 25-Jährige und war damit die zweite Frau, die in Deutschland den Doktorgrad in Mathematik erlangte.

In den nächsten Jahren arbeitete Emmy Noether als Assistentin ihres Vaters, hatte allerdings keine offizielle Anstellung und bekam auch kein Gehalt. 1915 ging die Mathematikerin an die Universität Göttingen, wo sie unter anderem daran arbeitete, die Mathematik hinter Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu erklären. Die Mathematikerin hielt hier auch Vorlesungen, allerdings mussten die unter dem Namen eines anderen Professors laufen, da Frauen damals noch keine Lehrstellen bekommen durften. Das änderte sich erst 1919, als nach Ende des Ersten Weltkrieges die rechtliche Stellung der Frau gestärkt wurde. Trotzdem erhielt die Deutsche erst ab 1923 Gehalt — zu dem Zeitpunkt hatte sie bereits acht Jahre lang an der Universität Göttingen gearbeitet.

Auch die Chemikerin Lise Meitner musste lange ohne Bezahlung arbeiten — hier erfährst du mehr über die Frau, nach der sogar ein chemisches Element benannt wurde!

Meilenstein um Meilenstein: Emmy Noethers Forschung machte sie zur vielleicht wichtigsten Mathematikerin aller Zeiten

Noether veröffentlichte 1918 das nach ihr benannte Noether-Theorem, das heute zu wichtigsten Grundlagen der theoretischen Physik zählt. Bei ihren Studierenden kam sie sehr gut an, da sie nicht einfach von fertigen Theorien sprach, sondern die angehenden Forschenden auch am Entstehungsprozess neuer mathematischer Konzepte teilhaben ließ.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Noether 1933 ihre Anstellung. Dem Regime war nicht nur ihre jüdische Herkunft ein Dorn im Auge, sondern auch ihre pazifistische Haltung. Die Mathematikerin ging in die USA, wo sie am College für junge Frauen in Bryn Mawr lehrte. Zwei Jahre später musste sie wegen eines Tumors operiert werden. Nur drei Tage nach der Operation, am 14. April 1935, starb die Deutsche an den Komplikationen. Sie wurde nur 53 Jahre alt.

Emmy Noether wird als Mutter der modernen Algebra bezeichnet und gilt bis heute als die wichtigste Mathematikerin, die je gelebt hat. Zahlreiche mathematische Strukturen und Sätze sowie verschiedene Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind nach ihr benannt. Ihr zu Ehren gibt es in Deutschland das Emmy-Noether-Programm zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Porträtfoto der Emmy Noether
Emmy Noethers Student*innen schätzten sie sehr. Ob sie wohl in genau diesem Outfit vor ihnen stand? | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)
Illustration von Isaac Newton
Isaac Newton und der Apfel: Glaubt ihr, er ist ihm damals wirklich auf den Kopf gefallen?

Isaac Newton: Der berühmte Naturforscher, der die Schwerkraft entdeckte

Isaac Newton wurde am 25. Dezember 1642 in Woolsthorpe-by-Colsterworth, England, geboren. Sein Vater war ein Bauer, der schon vor Newtons Geburt verstarb. Newtons Mutter heiratete erneut und ließ ihren Sohn bei seinen Großeltern zurück. Von ihnen lernte er das Lesen und Schreiben, bevor er 1655 in die Schule kam. Nach seinem Schulabschluss übernahm Isaac den Bauernhof seines Vaters, allerdings lag ihm diese Arbeit nicht besonders.

Ein Multitalent: Isaac Newtons Ausbildung umfasste viele verschiedene Fächer

Auf Anraten seines Onkels begann Isaac Newton 1661 am Trinity College der University of Cambridge zu studieren. Damals waren naturwissenschaftliche Fächer noch nicht so strikt aufgeteilt wie heute, deswegen wurde er in den unterschiedlichsten Bereichen von Philosophie, über Physik und Mathematik ausgebildet. 1665 erhielt der Brite den Bachelor of Arts. Im selben Jahr wurde die Universität aufgrund der Pest geschlossen und er kehrte in seinen Heimatort zurück.

Während dieser Zeit hatte Isaac Newton die ersten Ideen für seine berühmten Theorien, unter anderem für die Gravitationstheorie. Die bekannte Geschichte, dass Newton die Idee zur Gravitation hatte, nachdem ihm unter einem Apfelbaum ein Apfel auf den Kopf gefallen war, ist aber vermutlich nicht wahr.

Schon damals gefeiert: Isaac Newtons Forschung machte ihn zu Lebzeiten berühmt – und beeinflusst uns noch heute

1667 kehrte Isaac Newton wieder nach Cambridge zurück. Schon damals galt er als einer der besten Mathematiker der Welt. Zurück an der Universität nahm er seine Forschungen wieder auf und bekam 1669 eine besonders prestigeträchtige Mathematikprofessur.

Was weniger bekannt ist: Der Brite führte nicht nur naturwissenschaftliche Forschungen durch, sondern verbrachte auch viel Zeit mit Pseudowissenschaften wie der Alchemie. Besonders die Suche nach dem „Stein der Weisen“ hatte es ihm angetan, mit dem er gewöhnliche Metalle in Gold verwandeln wollte.

1687 veröffentlichte Isaac Newton das Werk, das ihn berühmt machte: Philosophiae Naturalis Principia Mathematica, oder kurz „Principia“. In drei Bänden legte er verschiedene Theorien dar, unter anderem die nach ihm benannten Newtonschen Gesetze. Damit entdeckte der Naturforscher nicht nur die Gravitation, sondern bildete auch die Grundlage für die Mechanik. Bis heute gilt dieses Werk als eines der einflussreichsten astronomischen und physikalischen Bücher aller Zeiten.

Porträt von Sir Isaac Newton
Unter Isaac Newtons Haarpracht versteckte sich zweifelsohne ein besonders kluger Kopf. Den berühmten "Stein der Weisen" konnte er aber trotzdem nicht finden. | Quelle: Wikimedia (lizenzfrei)

Eine wahre Berufung: Die Forschung bestimmte Isaac Newtons Alltag bis an sein Lebensende

1696 zog Isaac Newton nach London. Hier beschäftigte er sich mit der Optik und entdeckte, dass weißes Licht eigentlich aus unterschiedlichen Farben zusammengesetzt ist, die man mit Hilfe eines Prismas sehen kann. Daneben arbeitete er laufend daran, seine Principia zu ergänzen und zu verbessern. Am 20. März 1727 starb der Naturforscher im Alter von 84 Jahren. Er wurde in der Westminster Abbey in London beigesetzt.

Isaac Newton erbrachte zahlreiche Pionierleistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. Für seine Verdienste wurde die physikalische Einheit der Kraft Newton genannt. Mehrere Asteroiden, ein Mondkrater sowie die antarktische Insel Île Newton sind dem Briten zu Ehren ebenfalls nach ihm benannt.

Kennst du noch einen Forscher, nachdem eine Insel benannt wurde? Kleiner Tipp: Sein Name fängt mit „L“ an …

Quellenverzeichnis

Universität Göttingen (o.J.): Historische Persönlichkeiten Göttingens in der Mathematik, [online] http://www.math.uni-goettingen.de/historisches/noether.html [03.06.2019].

Spektrum der Wissenschaft (2012): Amalie Emmy Noether (1882-1935), [online] https://www.spektrum.de/wissen/amalie-emmy-noether-1882-1935/1141528 [03.06.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Emmy Noether, [online] https://www.britannica.com/biography/Emmy-Noether [03.06.2019].

Stanford Encyclopedia of Philosophy (2007): Isaac Newton, [online] https://plato.stanford.edu/entries/newton/ [04.06.2019].

WHO’s WHO (o.J.): Isaac Newton, [online] http://www.whoswho.de/bio/isaac-newton.html [04.06.2019].

Biography.com (2014): Isaac Newton Biography, [online] https://www.biography.com/scientist/isaac-newton [04.06.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Sir Isaac Newton, [online] https://www.britannica.com/biography/Isaac-Newton [04.06.2019].

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