Dieses Bild zeigt einen Elektrotechniker in der Energietechnik bei der Arbeit

Was macht man als Elektro­techniker in der Energietechnik bzw. Diagnostik? | 4 Fragen an Alexander Pirker

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Elektro­techniker in der Energie­technik bzw. Diagnostik: Ganz klar ein Beruf voller Spannung. Aber was macht man da eigentlich genau? Alexander Pirker von VUM gibt uns einen Einblick in seinen Berufs­alltag – und verrät, wie man als Energie­techniker einen Beitrag für die Umwelt leistet. Und somit für uns alle.
Dieses Bild zeigt Alexander Pirker, einen Elektrotechniker in der Energietechnik/Diagnostik
Alexander Pirker arbeitet als Elektrotechniker in der Energietechnik/Diagnostik bei VUM Verfahren Umwelt Management GmbH. | Credits: VUM

1. Was macht man als Elektro­techniker in der Energie­technik?

Die Hauptaufgabe von Elektro­technikern in der Energie­technik ist dafür Sorge zu tragen, dass elektrische Energie möglichst effizient erzeugt sowie sicher und unter­brechungs­frei zum End­verbraucher transportiert wird. Dabei ergeben sich eine Vielzahl spannender Aufgaben im Bereich von Planung, Bau, Betrieb und Instand­haltung der dafür notwendigen Netze und Anlagen.

Im Teilbereich der Diagnostik wird versucht, Fehler in Isolier­systemen frühzeitig zu erkennen und den aktuellen Zustand einer Anlage zu bewerten. Dabei sind, wie im Berufbild eines Elektro­technikers allgemein, unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Neben theoretischem Wissen zur technischen Planung, Berechnung und Simulation von elektrischen Netzen oder Isolier­systemen ist auch hand­werkliches Geschick bei z. B. einem Messaufbau zur Prüfung einer Anlage notwendig.

2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Ein typischer Arbeitstag als Elektro­techniker in der Energie­technik beginnt für mich mit dem Lesen meiner E-Mails. Diese enthalten zumeist diverse Fragen im Bereich der Diagnostik – also Fragen zu Fehlern, die in einer Hochs­pannungs­komponente, wie z. B. einem großen Leistungs­transfor­mator, aufgetreten sind oder Schäden, die aufgrund des Alters oder einer Überbeanspruchung, wie z. B. einem Blitzeinschlag, im Isoliersystem einer Anlage vermutet werden.

Im ersten Schritt analysiere ich den Aufbau des Isolier­systems und die möglichen Fehlerquellen. Im zweiten Schritt geht es um diverse Möglich­keiten und Strategien zur Feststellung des bestehenden Fehlers. Dieser sollte noch bevor er in der Komponente zu einem voll­ständigen Durch­schlag führt gefunden und behoben werden, um einen Ausfall ganzer Leitungen mit möglichen Strom­aus­fällen in ganzen Gebieten zu vermeiden.

Nach Ausarbeitung eines Prüfplans reise ich mit meinen Messgeräten zu den Anlagen. Durch verschiedene Messverfahren und Versuche können die Fehler und deren Ursachen in den meisten Fällen gefunden, sowie die Schwere der Schädigung ermittelt werden. Am Ende wird gemeinsam mit dem Kunden eine Risikoanalyse durchgeführt und abgeschätzt, ob der Schaden durch eine Reparatur behoben werden kann oder ob die Komponente ausgetauscht werden muss, um eine weitere unter­brechungs­freie Übertragung der elektrischen Energie zu den Verbrauchern sicher­zu­stellen.

3. Welche Ausbildung braucht man für den Beruf Elektro­techniker in der Energie­technik?

Eine Lehre oder Höher bildende technische Lehranstalt (HTL) im Fachbereich der Elektro­technik bildet eine gute Grundlage und gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Problem­stellungen und Aufgaben in der Elektro­technik. In einem Studium im Bereich der Elektro­technik wird dieser Überblick vertieft und es werden Werkzeuge erlernt, um die teilweise komplexen und viel­fältigen physi­kalischen Phänomene in der Elektro­technik beschreiben und verstehen zu können.

Durch die Arbeit im Bereich der Energie­technik und dem täglichen Auseinander­setzen mit ver­schiedensten Frage­stellungen werden Zusammen­hänge erkennbar und Spezialfähigkeiten in den ent­sprechenden Themen­gebieten vertieft. Darüber hinaus können möglicher­weise im Rahmen einer Doktorarbeit oder anderen Forschungs­projekten neue wissen­schaftliche Frage­stellungen beantwortet und neue Methoden und Prozesse erforscht werden.

Mehr Infos zu verschiedenen Studien im Bereich der Elektro­technik findest du hier!

Ein Elektrotechniker in der Energietechnik bei der Arbeit
Als Elektro­techniker in der Energie­technik braucht man theoretisches Fachwissen – aber, wie du siehst, auch handwerkliches Geschick. | Credits: VUM

4. Was findest du an deinem Beruf am schönsten?

Mich begeistert an der Elektro­technik die inter­disziplinäre Heran­gehens­weise, sprich das viel­fältige Wissen und die unter­schiedlichsten Fähigkeiten, welche notwendig sind, um spezifische Frage­stellungen zu beantworten und zur Problem­lösung beizutragen. Am spannendsten finde ich den hohen techno­logischen Fortschritt und den Grundgedanken, dass von der Elektro­technik so viele Dinge abhängen, die den Lebens­standard steigern und für jeden End­verbraucher selbstverständlich und lebensnotwendig sind.

Das für eine sichere Energie­versorgung in der Zukunft entscheidende europäische Verbundnetz bildet unter anderen eines der größten zusammen­hängenden menschen­gemachten Systeme der Erde. Auch der dringend notwendige Umstieg auf nachhaltige Energieträger gewinnt für eine lebenswerte Zukunft immer mehr an Bedeutung. Durch diesen für die Gesellschaft essentiellen Grundpfeiler der elektrischen Energie entsteht das Berufsbild des Elektro­technikers, welcher sich täglich mit heraus­fordernden Themen und innovativen Ideen auseinander­setzen darf.

Alexander Pirker ist Elektrotechniker in der Energietechnik/Diagnostik bei VUM Verfahren Umwelt Management GmbH.

So sieht der Abend für einen Elektrotechniker in der Energietechnik aus
Energie trifft auf Energie. Schon schön, oder? | Credits: VUM
Wir danken Alexander Pirker von VUM Verfahren Umwelt Management GmbH fürs Ausfüllen unseres Fragebogens!

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