Andrea Stefania Acaro Narvaez

Was macht man als Test­ingenieurin für Weltraum-Hardware? | 4 Fragen an Andrea Stefania Acaro Narvaez

Von LET’S TECH am 27.04.2021

Von Forschungs­satelliten und Röntgen­teleskopen: Im Interview erzählt Andrea Stefania Acaro Narvaez von ihrem Alltag als Test­ingenieurin für Weltraum-Hardware. Und verrät, warum Teamarbeit in der Weltraum­forschung so wichtig ist.
Andrea Stefania Acaro Narvaez, Testingenieurin für Weltraum-Hardware am IWF
Andrea Stefania Acaro Narvaez ist als Test­ingenieurin für Weltraum-Hardware am IWF tätig.

1. Was macht man als Test­ingenieurin für Weltraum-Hardware?

Ich arbeite im Bord­computer-Team, das Hardware für die Daten­verarbeitung an Bord von Forschungs­satelliten entwickelt. Derzeit führe ich Leistungs­tests an dem Modell eines neuen Bord­computers durch, der bei der Verar­beitung von Bildern zum Einsatz kommen wird, die mit der zukünftigen Athena-Mission der Euro­päischen Weltraum­organisation ESA aufge­nommen werden. Athena ist ein Röntgen­teleskop, das heiße Gas­strukturen kartieren (also auf einer Karte darstellen) und nach super­massiven schwarzen Löchern suchen wird.

2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Da ich die Arbeit mit meinem Masterstudium an der TU Graz kombiniere, bin ich nur zu 60 % beschäftigt und kann mir meine Aufgaben vielfach frei einteilen. Meistens sind die langen Tage am Institut dem Testen mit dem Bordcomputer gewidmet, an kurzen Tagen konzentriere ich mich auf die Erstellung oder Anpassung des Codes, der für die Tests benötigt wird. Natürlich muss mein Arbeitsplan an die Bedürfnisse der Tests angepasst werden und kann dadurch variieren.

3. Welche Ausbildung braucht man für den Beruf Test­ingenieurin für Weltraum-Hardware?

Ich stamme ursprünglich aus Ecuador und bin mit 13 Jahren mit meiner Familie nach Spanien gezogen, wo ich nach der Schule den Bachelor in „Tele­communication Engineering“ erworben habe. Neben dem Studium war ich im Sektor der Mobil­telefonie tätig. Mit dem Global Training Programme der baskischen Regierung bekam ich die Gelegen­heit, Auslands­luft zu schnuppern. So kam ich nach Graz, um für die Firma Eologix zu arbeiten, die sich aus einem Start Start-Up zum Sensor-Spezialisten für Eis­detektion entwickelt hatte.

Aus den ursprünglich geplanten sechs Monaten wurden zwei­einhalb Jahre. Ich konnte meine Kenntnisse in der Computer­architektur sowie der Elektronik und Programmierung erweitern. Für die Kommunikation und Proto­kollierung ist die Verwendung von Office-Tools, wie z. B. Microsoft Office, uner­lässlich. Nebenbei lernte ich Deutsch und bereitete mich auf mein Auslands­studium vor. Derzeit mache ich meinen Master in „Information and Computer Engineering“ und bin froh darüber, mit der Öster­reichischen Akademie der Wissen­schaften einen Dienst­geber gefunden zu haben, der mir nebenher ein Studium ermöglicht.

Andrea Stefania Acaro Narvaez, auf einer Brücke in den Bergen
Von Ecuador nach Spanien bis schließlich nach Graz: Andrea ist dank ihres Studiums schon viel herumgekommen. | Credits: IWF

4. Was findest du an deinem Beruf am schönsten?

Mit meiner Arbeit kann ich dazu bei­tragen, Neues zu entdecken und die Geheim­nisse des Weltraums zu lüften. Weltraum­projekte können nur in Team­arbeit gelingen. An allen Raumfahrt­missionen sind Menschen aus mehreren Ländern beteiligt. Das bestätigt, dass wir alle – unabhängig von unserer Herkunft – zusammen­arbeiten können und wenn wir ein gemein­sames Ziel verfolgen, können wir Großartiges schaffen. Wir können die Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnen­systems besser erforschen und so der Suche nach außer­irdischen Lebens­formen ein Stück näher kommen.

Andrea Stefania Acaro Narvaez arbeitet am Institut für Weltraumforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Graz. Auch Irmgard Jernej ist am IWF beschäftigt – wie ihr Berufsalltag aussieht, erfährst du hier!

Andrea Stefania Acaro Narvaez, Testingenieurin für Weltraum-Hardware am IWF vor dem Computer am Arbeitsplatz
Gearbeitet wird viel am Computer – doch die Ergebnisse reichen weit in den Weltraum. | Credits: IWF

Titelbild-Credits: IWF.

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